Photos von der Nehrung

aufgestöbert von Heinz Albert Pohl

                      

HMG schrieb Anfang der 80-er Jahre über Wanderungen zur Nehrung Ende der 20-er / Anfang der 30-er Jahre:

"Die mit Hand an einem im Flußbett liegenden Kabel gezogene Fähre brachte Menschen und Fahrzeuge nach Bohnsack, einem Fischerort am Weichseldurchbruch. Von dort ging die Straße (befestigter Teil geteert) am Südrand des Dünenstreifens bis Schiewenhorst. Dort, wie überall an der Stromweichsel, eine Fähre, die durch Schrägstellen vom Wasser von einer Seite zur anderen getrieben wurde. Weiter ging es und da sind wir so manches Mal gegangen oder Rad gefahren durch Nickelswalde nach Steegen, einem hübschen Ostseebad im Kiefernwald, und Stutthof am Ende der Frischen Nehrung. Hier war Schluß mit der befestigten Straße und einem Zweig der Kleinbahn. Von hier ging nur eine Straße im Dünensand gen Osten bis dicht vor Pillau, wo die Wasserverbindung zwischen Haff und Ostsee war. Selbst das nur wenige Kilometer von Stutthof entfernte Fischerdorf Bodenwinkel mit seinen gut 1.000 Einwohnern hatte keine befestigte Straße. Nur Sand. Die Frische Nehrung war ein uriges Gelände. Dünen, bewachsen mit Kiefern und Fichten. Fast mannshohe Farne. Und keine Menschen. Selbst Zollbeamte haben wir nie gesehen – irgendwo auf der Nehrung war die Grenze zwischen der Freien Stadt Danzig und dem Deutschen Reich. Etwa in der Mitte der Nehrung, auf deutscher Seite, das Ostseebad Kahlbude.

Einmal gingen wir – zwei Klassenkameraden und ich – in den Osterferien auf dem noch zugefrorenen Haff in etlicher Entfernung von der Nehrung über die Grenze (Übernachtung im Zelt aus einzelnen Zeltbahnen, nix Nylon und dergleichen). Unvergessen ein Sonnenuntergang über der Ostsee – es war am Tag stürmisch gewesen, als Folge war die See mit weißen Schaumkronen bedeckt. Wir gingen in Richtung See und blieben auf der letzten Düne wirklich wie angewurzelt stehen. Soweit man sehen konnte: die See war rot. Ich habe an der Ostsee sicherlich weit über 100 Sonnenuntergänge gesehen, jeder war anders, jeder war stimmungsvoll. Doch der rote Schaum war einmalig."


 


 

Neukrug - Gastwirtschaft Luise Dahms


Bodenwinkel von Stutthof kommend

 

 

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